Massenbewegung

Sport für Leute mit Gewichts-, Zeit- oder Motivationsproblemen

Abnehmen durch Sport oder „Fettverbrennungstraining“

Posted by oscartango - 17. April 2008

Eine Zielgruppe dieses Blogs (zu der ich ja auch gehöre) sind ja diejenigen, die mit Gewichtsproblemen zu kämpfen haben. Aus gegebenem Anlaß möchte ich deshalb mal was zum Thema „Fettverbrennungstraining“ schreiben.

Zunächst zum Anlaß: Im Moment gehe ich neben dem Training draußen auch noch 1x pro Woche ins Fitnesstudio um meine Rumpfmuskulatur für meine neue „Primärsportart“ Speedskating fit zu machen. DArüber hinaus habe ich dort auch des öfteren das Ausdauertraining hinein verlegt, als mal wieder so ein Sch*%&$ Wetter war. Im Studio sehe ich immer wieder Damen mittleren Alters auf den Cardio-Rädern sitzen und bei offensichtlich gemütlicher Belastung ein Buch lesen. Anschliessend gehen die Damen dann ohne einen Schweißtropfen vergossen zu haben, dafür aber mit mindestens einem Liter Wasser oder Sportgetränk im Körper wieder nach Haus. Die Trainerin erklärte mir, die Damen würden hier nur „auf Fettverbrennung“ trainieren. Aha!

Am nächsten Abend wollte ich eine intensive 40-minütige Laufeinheit bei uns am Kanal absolvieren. Ich fragte meine Nachbarin, mit der ich des öfteren trainiere, ob sie mitkommen wolle. Sie lehnte mit der Begründung ab, dass sie ja zur Zeit hauptsächlich trainiere, weil sie abnehmen wolle und was ich vorhätte wäre dafür ja viel zu kurz und viel zu intensiv. Aha!

Abgesehen von der Tatsache, dass meine Nachbarin keineswegs abnehmen muss (Frauen!!), hat sie genau wie die Damen und auch die Trainerin im Fitnesstudio offensichtlich eine falsche Vorstellung vom Zusammenhang von Stoffwechsel und Sport.

Eine Gewichtsreduktion ist ausschliesslich die Folge einer langfristig beibehaltenen negativen Energiebilanz und hat (so gut wie) nichts mit dem Fettstoffwechseltraining zu tun!

Auf Deutsch: Man muss einfach mehr Energie verbrauchen, als man zuführt. Das ist das ganze Geheimnis!

Das Fettstoffwechseltraining ist ausschliesslich dazu da, die Stoffwechselvorgänge im Körper für langanhaltende Belastungen (wie z.B. ein Marathonlauf) zu optimieren, das heisst den Körper daran zu gewöhnen die „Kohlehydratspeicher“ zu ungunsten des Fettes zu schonen. Es ist schon richtig, dass man relativ (=prozentual) beim Fettstoffwechseltraining mehr Energie aus den Fettsäuren gewinnt, aber nicht absolut. Und der wichtige Wert für das Abnehmen ist logischerweise der Gesamtumsatz je Training (inkl. Regenerationsphase).

Sonst wäre das sinnvollste Training nämlich kein Training. In Ruhe verbrennt der Körper nämlich prozentual das meiste Fett.

Nun ist es aber dummerweise auch noch so, dass man höhere Belastungsintensitäten leider nicht so lange durchhält, wie niedrige. Damit werden dann die einzelnen Traingsbelastungen ja kürzer. Und damit verkleinert sich die absolut umgesetzte Energie ja wieder. Das ist ein Dilemma! Wie soll man denn nun trainieren?

Antwort: Abwechslungsreich. Man braucht lange extensive (extensiv=Gegenteil von intensiv) ruhige Einheiten um die Grundlagenausdauer zu schulen, die wiederum Voraussetzung für eine weitere Steigerung des Belastungsumfangs ist. Dazu Einheiten, bei denen immer wieder intensive Abschnitte eingeschoben werden. Z.B. Fahrtenspiele, also Läufe, bei denen man immer wieder das Tempo wechselt. Reine Tempoeinheiten sind für Anfänger und insbesondere für Übergewichtige nicht geeignet. Dazu möglichst auch mal eine Partie Badminton oder Tennis, ein sonntäglicher Freizitkick im Park oder Aerobic (wahlweise auch Pilates, Tae Bo, …) vorm Fernseher.

Diese „Ausgleichssportarten“ sind nicht nur psychologisch das Salz in der Suppe, sondern sind auch besonders gut für den Körper, da sie eine umfassende Beanspruchung der gesamten Körpermuskulatur umfassen.

Darüber hinaus ist mittlerweile erwiesen, dass auch Krafttraining zur Gewichtsabnahme führt (Vorsicht bei Bluthochdruck!). Und damit ist nicht nur das Training in einem Sportstudio gemeint, sondern auch das Heimtraining mit dem eigenen Körper als Gewicht. Ich werd mich mal umsehen und geeignete Trainingsprogramme suchen, die dann hier veröffentliche.

Wichtig dabei ist aber immer: TRAINIEREN muss man schon. Und Trainieren heisst den Körper an seine Leistungsgrenzen heranführen. UND DABEI KANN MAN KEIN BUCH LESEN!!

Da sich all diese Tips an Übergewichtige richten gilt aber stets: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt und nicht Ihren Apotheker. Ein kurzer Gesundheitscheck beim Hausarzt vor intensiver sportlicher Belastung ist absolute Pflicht!!

Und nochwas: Wie schon beschrieben, muss man einfach mehr Energie verbrauchen (=ausgeben) als zuzuführen (=einnehmen) um dauerhaft abzunehmen. Wir haben hier nur immer von der Ausgabenseite gesprochen. Man darf nie vergessen auch bei der Einnahmenseite etwas zu verändern. Abnehmen ohne Ernährungsumstellung ist nicht möglich!

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2 Antworten to “Abnehmen durch Sport oder „Fettverbrennungstraining“”

  1. Usernext said

    Hallo,

    das muss ich mal versuchen, stelle meine Ernährung und rege meinen Fettstoffwechsel damit an

  2. Marcus H. said

    Abnehmen ohne Ernährungsumstellung ist natürlich möglich, es kommt nur darauf an, wie man sich vorher ernährt hat. Ernährt man sich normal, bewegt sich aber kaum, dann nimmt man zu. Ernährt man sich weiterhin normal, treibt dann aber regelmäßig (und ausgewogen) Sport, so nimmt man ab.

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