Massenbewegung

Sport für Leute mit Gewichts-, Zeit- oder Motivationsproblemen

Sportartspezifische Ausdauer

Posted by oscartango - 27. Mai 2008

Die Tatsache, dass ich nach meinem Inline-Halbmarathon im Ruhrgebiet die Schuhe mit Rollen erstmal wieder an den Nagel gehängt habe und seitdem stattdessen mal wieder gelaufen bin, bringt mich auf das Thema sportartspezifische Ausdauer.

VOR dem Inline-Rennen habe ich nämlich meinen Trainingsschwerpunkt voll auf das Skaten verlegt – von den 10 Trainingseinheiten vor dem Lauf waren 9 Skating-Einheiten – sodass ich NACH dem Rennen geradezu gierig danach war, mal wieder die Schotterpiste bei uns am Kanal auf Schusters Rappen zu bewältigen.

Dabei fiel mir extrem auf, wie schwer mir das Laufen fiel. Komischerweise waren Puls und Atmung erstmal absolut ok. Aber die Beine und die Hüfte! Am Dienstag nach dem Rennen, an dem ich eigentlich nur einen kurzen Regenerationslauf von einer halben Stunde gemacht habe, hab ich es noch auf die schweren Beine vom Rennen geschoben. Durch wichtige Termine bin ich dann bis Montag (also gestern) nicht dazu gekommen zu trainieren. Naja, dadurch müsste aber nun wirklich eine vollständige Regeneration der Muskulatur abgeschlossen sein. Aber denkste! Gleicher Effekt, wie am letzten Dienstag.

Warum?

Die Fähigkeit eines Menschen eine bestimmte sportliche Tätigkeit lange auszuüben ist von drei Faktoren abhängig:

  • Das Herz-Kreislauf-System. Je trainierter dieses ist, desto ausdauernder die Leistung.
  • Die Ausbildung der Muskulatur. Also je besser die Muskulatur an diese Tätigkeit angepasst ist (sowohl in Masse, als auch in der Fähigkeit eines optimierten Muskelstoffwechsels), desto länger hält sie durch. Logisch.
  • Die Technik. Durch optimierte Bewegungsabläufe bewegt man sich einfach „sparsamer“.

Der erste Punkt ist meines Erachtens relativ unabhängig von der Sportart trainierbar. Die Frage ist aber, wie wichtig ist er für die Gesamtkondition? Das ist kaum zu sagen, zumal alle drei Punkte auch noch gegenseitig voneinander abhängig sind.

Fakt ist jedenfalls, dass ich die beiden letzten Punkte für die Sportart Laufen in der letzten Zeit vernachlässigt habe. Trotzdem ist es verwunderlich, dass nach so kurzer Zeit ein negativer Effekt eintreten soll. Schliesslich hat man sich seine muskulären und technischen Fähigkeiten über lange Zeit antrainiert, sodass es wohl kaum wegen der Inline-Vorbereitung zu einem wirklichen Rückschlag kommen kann. Oder? Ich bin kein Sportwissenschaftler.

Für mich persönlich habe ich jetzt einfach mal die Erkenntnis, das in meinem körperlichen Zustand (>90kg) hauptsächlich Punkt 3 und dadurch bedingt vielleicht auch noch etwas von Punkt 2 zum Tragen kommen. Durch das einseitige Training auf Inlinern haben sich bei mir entsprechende Bewegungsmuster eingeschliffen. Dadurch habe ich wohl meinen „ökonomischen“ Laufstil kurzzeitig vergessen. Dies wiederum hat dann zu ungewohnten Belastungen in der Muskulatur geführt, die dann einfach mal die weiße Flagge gehisst hat.

Wenn meine Theorie stimmt, müsste der Spuk eigentlich sehr schnell wieder vorbei sein und der Körper bals wieder auf die Schienen gesetzt sein.

Und was lernen wir daraus?

Was ich immer schon sage: Gerade für uns Hobbysportler ist es extrem wichtig vielseitig zu trainieren! Das vermeidet eingefahrene Bewegungsmuster und setzt darüber hinaus mit jeder neuen Bewegung wieder einen neuen Trainingsreiz.

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3 Antworten to “Sportartspezifische Ausdauer”

  1. Thomas said

    schöner Beitrag,
    mich würde mal interessieren wie lange der Körper braucht, um sich von so einer Anstrengung zu erholen?
    zu deiner These, die Ausdauer hängt von der Muskelmasse ab: das ist so nicht ganz richtig.( Bodybuilder sind ja auch keine Langstreckenläufer) Generell hängt sie von der max. Sauerstoff aufnahme der Sauerstoffausnutzung ab. Des weiteren von der Größe der Muskelglykogenspeicher bei Belastungen über 40 min an der anaeroben Schwelle( 4mmol Laktat) und bei Belastungen über 90 Min die Fähigkeit Fettsäuren vermehrt zu Energiegewinnung einzusetzen.(nach Hollmann) Zu deinem Punkt mit der Vielseitig möchte ich dir vollkommen recht geben.
    schöne Grüße Thomas

  2. oscartango said

    Hm, da hab ich mich wohl mißverständlich ausgedrückt. Ich meinte natürlich nicht die MuskelMASSE, sondern die – wie soll ich mich ausdrücken? – Muskelqualität.
    Wie gesagt, ich bin kein Sportwissenschaftler sondern beschäftige mich mit dem Thema eher nebenbei.
    Ist es nicht so, dass die Art der Verstoffwechslung im einzelnen Muskel trainierbar ist? Also das Verhältnis von der Energiebereitstellung auf Kohlehydrat- bzw. Fettsäurebasis? Wenn ich bei gleicher Belastung von Vornherein den Anteil an „Fettverbrennung“ erhöhen kann, schone ich doch meine Glykogenspeicher, was wiederum dazu führt, dass ich länger im aeroben Bereich belasten kann? Ich meine, ich hätte sowas gelesen.
    Darüber hinaus würde ich die Regenerationsfähigkeit des Muskels als trainierbares „Qualitätsmerkmal“ sehen.
    Übrigens hat sich mein beschriebener Zustand tatsächlich nach/während der dritten Laufeinheit vollkommen in Luft aufgelöst. Wobei meine Beobachtungen zur Regeneration nach einem Wettkampf aufgrund meiner „Nebenbedingungen“ (fast 40, 1,80m, z.Z. 93kg) sicher nicht repräsentativ sind. 😉

  3. Thomas said

    Hallo,
    ja es stimmt, bis zu einem gewissen Maße ist die Verstoffwechselung trainierbar (mehr Fettsäuren zur Energiegewinnung, weniger Glycogen) . Das ist das Ziel im Fettstoffwechseltraining, welches mit einer geringen Intensität über eine lange Dauer trainiert wird.
    schöne Grüße Thomas

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