Massenbewegung

Sport für Leute mit Gewichts-, Zeit- oder Motivationsproblemen

Die Angst des Ausdauersportlers vor dem Fitness-Studio – So ein Quatsch!!

Posted by oscartango - 16. Juni 2008

Grad hab ich’s wieder in einem Blog gelesen: Ein Laufanfänger, der auch – aber nur wenn es wirklich sein muss! und eigentlich ja auch nur ungern! und TSCHULDIGUNG!! – hin- und wieder in einem Fitness Studio trainiert. Irgendwie entschuldigen sich die Leute immer dafür! So ein Quatsch!

Letztens habe ich mich am Rande einer Konferenz auch mit einem Kunden über Sport unterhalten. Er würde sich ja auch mit Laufen und Radfahren fit halten. Ja und einmal in der Woche geht er auch ins Studio. Aber natürlich nicht für den Muskelaufbau! (Wird dann ganz schnell hinterher geschoben) WOFÜR DENN DANN?

Ich möchte also aus gegebenem Anlass an dieser Stelle eine Lanze für regelmäßiges Training im Fitness-Studio brechen. Ja ich tue es auch! Im Sommer regelmäßig einmal die Woche. Im Winter sogar schonmal öfter. Und ich will dabei tatsächlich Muskulatur aufbauen! Und nicht nur die für’s Laufen wichtige Stützmuskulatur! Ich trainiere auch für die Optik! Und das, obwohl ich nicht ein einziges Muskelshirt besitze, mein Auto nicht getunt ist, meine Frau nicht blond und schon gar nicht doof ist und ich einen durchaus seriösen Beruf ausübe, der weder mit dem Rotlicht- noch dem Diskomilieu zu tun hat.

Warum? Ganz einfach:

  1. Das Wichtigste: Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man nach einem harten Training kaum noch die Arme zum Haarewaschen an den Kopf kriegt. Also das gleiche bescheuerte masochistische Gefühl, wie nach einem langen Tempolauf, in dem man alles gegeben hat.
  2. Die Zielgruppe dieses Blogs treibt den Sport nicht um irgendwann mal bei Olympia teilzunehmen. Weltklasse-Ausdauersportler mögen konditionell ja ganz vorn sein, aber wer will denn eine Figur wie Haile Gebrselassie haben? Für den Durchschnittsmenschen sind Muskeln am Oberkörper eben kein unnötiger Ballast. Ganz im Gegenteil (siehe nächsten Punkt).
  3. Je mehr Muskeln am Körper, desto höher der Grundumsatz. Will heißen: ein muskulöser Körper verbraucht mehr Kalorien. Na?
  4. KEIN MENSCH bekommt quasi aus Versehen den Körper eines Bodybuilders. Das ist ja immer das „Feindbild“ für den intellektuellen Sportler. Ich höre immer wieder: „Ich will ja gar nicht so einen muskelbepackten Körper“. Kriegt man ja auch nicht. Bodybuilder trainiern über Jahre hinweg täglich gezielt für den Aufbau der Muskulatur. Dazu kommt dann auch noch der richtige Magerquark u.s.w. Glauben Sie mir: Die globale Bodybuildingszene wird Ihnen ein Denkmal errichten, wenn Sie es schaffen mit zweimal die Woche Krafttraining einen Körper wie Schwarzenegger zu bekommen. Sie werden nichtmal aussehen, wie der Typ, der auf den Werbeplakaten die Unterhosen eines Modelabels präsentiert. Und wenn Sie jetzt mal ehrlich sind: DAS finden Sie ja dann schon irgendwie schade, oder?
  5. Man kann im Studio zweifelsohne den kompletten Oberkörper mal durchtrainieren, was wohl ansonsten mit den klassischen Sportarten kaum möglich ist. Die einzige Alternative aus der Reihe der so genannten Breitensportarten, die mir so einfällt wäre Schwimmen.
  6. Krafttraining ist mal eine vollkommen andere Belastung für den Körper. Ich habe ja schon mehrfach über die Notwendigkeit eines abwechslungsreichen Trainings geschrieben. Hier haben wir dann nicht nur ungewöhnliche Muskelregionen, die belastet werden (siehe Punkt 5) sondern auch noch eine andere Art der Belastung.
  7. Die Tatsache, dass man auch für die Optik trainiert, schliesst ja nicht aus, dass man auch die sinnvolle Muskulatur – sprich Stützmuskulatur – trainiert. Insbesondere die Rumpfmuskulatur (Bauch, Rücken etc.) kann in einem Studio sehr gut trainiert werden.
  8. Für MICH gilt darüber hinaus: Nur im Studio ziehe ich wirklich ein ausgiebiges Dehnprogramm durch. Nach dem Lauftraining dehne ich in der Regel nur die Beine und der gute Vorsatz an trainingsfreien Tagen mal ein Dehnprogramm vorm Fernseher zu machen klappt eigentlich nie. Im Studio ist es fester Bestandteil meines Trainingsprogramms.
  9. Ist man erstmal Mitglied in einem Studio, kann man im Winter, wenn es sch*&%$* regnet, Ausdauereinheiten auch mal auf ein Cardio-Gerät verlegen. Eine langweilige Einheit auf dem Laufband ist immer noch das Beste, wenn die Alternativen Lungenentzündung oder Pause heißen.
  10. Man hat bei Anfragen wie „Wir ziehen am nächsten Samstag um. Kannst Du nicht helfen?“ immer die Entschuldigung einer Brustmuskelzerrung.

Natürlich ist trotz der Punkte oben das Training in einem Fitness-Studio nicht jedermanns Sache. Ich akzeptiere nur nicht, dass sich erwachsene Menschen vor dem Eingang unmschauen, als ob sie ins Pornokino gehen würden. Man kann da ruhig zu stehen.

So, und nun noch ein paar Alternativen, für Leute, die nicht in ein solches Studio gehen wollen oder können (kostet ja schliesslich auch Geld):

  • Schwimmen
    Wie schon beschrieben. Gute Alternative
  • Yoga, Pilates etc.
    Sehr gute Alternative. Für beides gilt aber: Nicht selbst beibringen! Mindestens für die erste Zeit sollte man sich einen guten Lehrer suchen, der Fehlhaltungen und falsche Bewegungen korrigiert. Das kann man unmöglich selbst.
  • Krafttraining im Wohnzimmer
    Es gibt verschiedene Ratgeber auf dem Markt, die einem das Krafttraining im Wohnzimmer ermöglichen. In der Regel wird dabei der eigene Körper als Trainingsgewicht eingesetzt. Wenn man es denn tatsächlich durchzieht, ist es eine gute Alternative zum Studio. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass nach anfänglichem Elan die Motivation schnell nachlässt. Aber wie gesagt: Wer’s durchzieht …
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